

Angefangen hat alles vor mehr als 20 Jahren, als Seine Königliche Hoheit, Prinz Luitpold von Bayern, in Böhmen zehn Rüstungen für sein alljährlich in Kaltenberg stattfindendes Ritterturnier kaufte. Rasch war ein engagierter "Hauptmann" gefunden, der großen Spaß daran hatte, eine Rittertruppe aufzubauen. Und weil die meisten der "ersten" Ritter aus dem westlich bei München gelegenen Fürstenfeldbruck stammten, war der Name der Gruppe auch gleich gefunden: Die "Zehn Schwarzen Ritter zu Bruckh".
Jahr für Jahr nahm die erste Generation der „Zehn Schwarzen Ritter zu Bruckh" in wechselnder Besetzung am Kaltenberger Ritterturnier teil, das längst zu den weltweit größten Mittelalterfesten gehört. Als "Stadtwache" traten wir dort auf, nahmen "Sünder" fest, die der Bierpanscherei, Zechprellerei oder einer verbotenen Buhlschaft überführt wurden, steckten sie in den Pranger und führten sie ihrer gerechten Strafe zu: Wie im Mittelalter Brauch, wurden die Übeltäter geteert und gefleddert.
Als die "Zehn Schwarzen Ritter zu Bruckh" mit klangvollen Namen wie z. B. „Ritter Michael von Landtsperg“, "Ritter August von Hassia“, „Ritter Bernhard von Munichen“, „Ritter Bernhard von Hautzenstein“, „Ritter Johannes von Hechenwang“, „Ritter Wolfgang von Lorsch“ oder „Ritter Manfred von Lechfeld“ zeigten wir den Gästen und Zuschauern aber auch die Kunst des Schwertkampfes, lernten den Kindern erste Grundschläge und schlugen verdiente Personen zum Ritter. Als persönliche "Leibgarde" des Prinzen Luitpold von Bayern zogen wir gemeinsam mit vielen anderen Artisten und Künstlern in die Kaltenberger Arena ein und gaben "Seiner königlichen Hoheit" Geleitschutz. Unser Engagement für die „Zehn Schwarzen Ritter zu Bruckh“ endete anno domini 2009, eine andere Gruppe führt diesen Namen in anderer Form fort.
Anno Domini 1994 wurde bei einigen damaligen Schwarzen Rittern der Wunsch immer stärker, auch an anderen mittelalterlichen Festen und Veranstaltungen teilzunehmen. Die Auftritte in Kaltenberg reichten uns nicht mehr. So wurde das Spektrum der ritterlichen Aktivitäten auf viele andere Veranstaltungen ausgeweitet. Wir gestalten aber auch Hochzeiten, die wir mit unseren tat- und schlagkräftigen Einlagen unvergesslich machen. Und für Betriebsausflüge, Polterabende, Firmenjubiläen und Geburtstagsfeiern bilden wir ebenso das passende Rahmenprogramm.
Fast schon eine logische Konsequenz war im Dezember 1997 die Gründung des "Freien Ritterordens der Templer" mit dem Ziel, das mittelalterliche Leben wieder aufleben zu lassen sowie das Brauchtum und die ritterlichen Tugenden und Werte bei seinen Mitgliedern zu fördern. In Anlehnung an das Gedankengut des legendären Templerordens stellen die geheimnisvollen, sagenumwobenen Mönchsritter für die Gründer das Idealbild des Ritters dar. Der Begriff "Freier Ritterorden" symbolisiert dabei die Unabhängigkeit von jedweder politischen und religiösen Doktrin oder Glaubensrichtung.
Von da an ging es Schlag auf Schlag: Der „Freie Ritterorden der Templer“ nimmt seither Jahr für Jahr an vielen Burgfesten und Mittelaltermärkten in Deutschland und in anderen Ländern teil. Hier unsere bisherigen Veranstaltungen auf einen Blick:
Schlossfest in Rimpar bei Würzburg (ununterbrochen seit 1994)
Kaltenberger Ritterturnier (1992 bis 2009)
Mittelalterlicher Jahrmarkt in Pfronten (1998)
Ruethenfest in Landsberg (1999)
Burgfest Sulzberg (1998, 2000, 2001, 2003, 2011)
Burgspektakulum Veste Oberhaus in Passau (1999 und 2003)
Burgfestival Burgruine Eisenberg (2000)
Ritterturnier und Mittelaltermarkt Schloss Hexenagger (2001 bis 2006)
1. Freies Ritterturney in München (2007)
Burgfest Weißenstein (ununterbrochen seit 2002)
„Cave Gladium“ in Furth im Wald (2003 bis 2009)
Bellum Viritim, Baldramsdorf, Österreich (2004, 2005, 2009)
Burgfest Tittmoning (2004, 2005, 2006, 2007)
„Gaudium Equites Poingorum“ in Poing (2005 bis 2008)
Brunnenfest Gernlinden (2006, 2009)
Geyerburgfest Schwabmünchen (2008)
Kaiserfest in Füssen (2008)
Mittelaltertage Hallbergmoos (2009)
„Gaudium Equites 1409“ in Markt Schwaben (2009)
Winterlager Hilgartsberg (2004)
Winterlager in Frontenhausen (2010)
Winterlager in Windschnur bei Weißenstein (2005, 2008, 2009, 2011)
Winterlager Furth im Wald (2006)
„Die Templer kommen!“ im Histotainmentpark Adventon (2010, 2011)
Mittelalterfest „Anno 1280“ in Gütersloh (2010)
Templertreffen Tannenburg (ununterbrochen seit 2008)
Mittelalterspektakel Schloss Ellwangen (2011)
7. Ritterfest Schloss Amerang (2011)
19. Ritterfestival Schloss Herstmonceux, Grafschaft Sussex, England (2011)
Als Templergruppe versuchen wir nicht nur irgendein „Lagerleben“ in
Form von sitzender Anwesenheit am Lagerfeuer zu zeigen, sondern den Tagesablauf
der Templer im Felde darzustellen. Dies schließt zeremonielles Essen nach der
Ordensregel genauso ein, wie regelmäßige Andachten zu den monastischen
Gebetszeiten. Interessierten Gästen und Zuschauern erklären wir die Geschichte
des Templerordens und erläutern weitere historisch-mittelalterliche
Zusammenhänge im persönlichen Gespräch. Darüber hinaus präsentieren wir auch
unsere selbst gefertigten Ausrüstungsgegenstände.
Schaukämpfe werden mit Kampfschwertern vorgeführt, ein eigenes Theaterstück gibt den Zuschauern einen amüsanten Einblick in die mittelalterliche Welt der Ritter und erzählt von hehren Tugenden wie Gerechtigkeit, Mut und Tapferkeit. Kinder lernen in einer Knappenschule erste Grundschläge mit dem Schwert und werden als Belohnung von Großmeister "Ritter Michael von Landtsperg" oder von Seneschall "Ritter Johannes von Hechenwang" zum Ritter geschlagen. Und wer nicht spurt, wird in den Pranger gesteckt und unter dem Gejohle der Menge an Ort und Stelle geteert und gefleddert!
Jeder Ritterorden im Mittelalter hatte eine hierarchische Führungsstruktur. In Anlehnung an den legendären Templerorden sind auch die Mitglieder des Freien Ritterordens der Templer in verschiedene Rangordnungen gegliedert.
An der Spitze des Ordens steht der Großmeister. Er ist der oberste Würdenträger, leitet den gesamten Orden und fasst Beschlüsse, auf die sich der Konvent und er durch Stimmenmehrheit geeinigt haben. Bei schwierigen Entscheidungen hat er das letzte Wort. Darüber hinaus ernennt er die Würdenträger des Ordens und schlägt Novizen zum Ritter.
Der Seneschall vertritt den Großmeister und ist zweithöchster Würdenträger des Ordens. Zusätzlich hat er den Kontakt zu den stellvertretenden Komturen zu halten.
Der Marschall ist oberster Feldherr und dritthöchster Würdenträger des Ordens. Alle Ritter unterstehen seinem Befehl, sobald sie unter Waffen stehen.
Der Ordensschatzmeister verwaltet den Besitz des Ordens und ist für alle internen und externen Zahlungen verantwortlich. Er hat auch den Überblick über die Finanzen der Komtureien zu wahren.
Der Drapier ist als Haushofmeister des Ordens zuständig für Kleidung, Material und Waffen. Er hat auch den Überblick über das Material der Komtureien zu wahren.
Der Prokurator des Ordens übernimmt Sonderaufgaben, die ihm von den anderen Würdenträgern des Konvents zugewiesen werden.
Der Konvent ist das höchste Gremium des Ordens und die letzte Instanz in Ordensangelegenheiten. Entscheidungen werden mit einfacher Mehrheit beschlossen. In unserem Orden besteht der Konvent derzeit aus dem Großmeister, dem Seneschall und Prokurator, dem Ordensschatzmeister und dem Drapier.
Der Ältestenrat beschäftigt sich mit den geistigen Aspekten des Ordens. Er hat beratende und vermittelnde Funktion, keine Entscheidungs- oder Weisungsbefugnis gegenüber dem Konvent.
Der Ordensrat ist das zweithöchste Gremium des Ordens. Er besteht aus engagierten Ordensbrüdern, -schwestern und den Komturen, die nicht im Konvent vertreten sind. Er tagt von sich aus und entwickelt Vorschläge, die der Sprecher des Ordensrates dem Konvent unterbreitet.
Weitere Ordensmitglieder, Rangordnungen und Versammlungen sind:
Novize
Interessentinnen oder Interessenten, die für das in der Regel drei Jahre
dauernde Noviziat zugelassen werden, leisten auf ihrem ersten Generalkapitel
(Vollversammlung aller Ordensmitglieder) den Treueid der Novizen. In
ihrem Noviziat sind die Novizen angehalten, die Ziele und Gesetze des Ordens zu
erlernen und übertragene Aufgaben zu erfüllen. Die Novizenschaft gleicht somit
einer Probezeit. Hierfür steht ihnen ein Ordenslehrer für ihre Ausbildung zur
Seite. Nach bestandenem Noviziat wird die/der Noviz/in/e als Schwester oder
Bruder endgültig in den Orden aufgenommen. Das Ende des Noviziats stellt der
Ordenseid dar, der auf einem Generalkapitel vor allen Ordensschwestern und
-brüdern geleistet wird.
Komtur
Der Komtur verwaltet einen Bezirk oder
ein Ordenshaus. Er führt seine Komturei selbstständig und ist für seine
Mitglieder und dem Konvent verantwortlich.
Ritter
Den Ritterschlag erhalten Novizen nach ihrem bestandenen Noviziat auf eigenen
Wunsch im Rahmen eines Generalkapitels. Als Kern des Ordens stellen die Ritter
das militärische Rückgrat des Ordens dar. Sie unterstehen dem Marschall, sobald
sie unter Waffen stehen. Die Ritter setzen die Tugenden des Ordens um und geben
ihr Wissen als Leit- und Vorbilder an die Novizen weiter.
Dienender
Bruder
Auf
Wunsch kann ein Novize nach dem bestandenen Noviziat auch als Dienender Bruder
in den Orden aufgenommen werden. Wenn er will, kann er auch zu einem späteren
Zeitpunkt zum Ritter geschlagen werden.
Schwester
Schwerstern können keine Stellung übernehmen, die dem Kriegshandwerk zuzuordnen
sind. Das sind Marschall, Ritter und Dienender unter Waffen. Auf Wunsch können
Schwestern im Umgang mit Waffen unterrichtet werden.
Schwestern und Brüder
Alle
Schwestern und Brüder des Ordens sind einander ebenbürtig, denn alle
Ordensmitglieder sollen die ritterlichen Tugenden gleichermaßen verkörpern.
Bannerherr
Der
Bannerherr ist Führer einer Gruppe von Schwestern/Brüder und für deren Aus- und
Fortbildung zuständig.
Kapitel
Das Generalkapitulum ist die Vollversammlung aller Ordensmitglieder und wird vom
Großmeister zum Jahresende einberufen. In den Komtureien werden regelmäßig auch
Komtureikapitel abgehalten, für deren Organisation der betreffende Komtur
zuständig ist.